Und dann war da nochihr Engagement in der alternativen Szene Shanghais. Ting unterhielt einchinesischsprachiges Internetforum mit 7000 Usern, die Themen reichtenvon Tattoos bis zu Nachtleben und Musik. Doch das Forum wurdedichtgemacht - vielleicht das einzige Mal, dass die Obrigkeit sichgestört fühlte von Tings Treiben. Ein User veröffentlichte das Bildeines Piercings auf der Webseite. Darauf war auch eine weiblicheBrustwarze zu sehen: Das war das Ende des Forums. Ting hätteheute aber ohnehin kaum Zeit, sich auch noch um die Seite zu kümmern.Ihr Aufstieg zu Shanghais bekanntester Tattoo-Künstlerin ist einLehrbeispiel für virales Marketing. "Wir haben nie wirklich Werbunggemacht", sagt Manager Dylan. Das größte Anliegen der beiden sei esimmer gewesen, das Tattoo-Studio aus der Schmuddelecke herauszuholen."Die meisten anderen Studios in Shanghai sind genau so, wie man es sichin China leider vorstellt. Wir wollten aber stets einen Ort bieten, andem man gerne abhängt und merkt, das Hygiene das Wichtigste für unsist." |
"Es gibt eineeinfache Regel: Die meisten Ausländer wollen chinesische Schriftzeichenund die chinesischen Kunden wollen Sprüche oder Worte auf Englisch",sagt Dylan. Beides ist im bilingualen Tattoo-Studio keinProblem - und manchmal sind die beiden auch als Korrektoren gefragt,wie sich Dylan immer wieder gerne erinnert. "Einmal kam eineAusländerin in unser Studio und wollte ein weiteres Tattoo. Auf ihremRücken war schon ein chinesisches. Sie dachte, es hieße ‘innereStärke‘." Doch Ting musste ihr Lachen unterdrücken, als sie es sah. Aufdem Rücken der Frau stand der Name einer Biermarke. | ||||














