Tätowierter durfte nicht im Bus mitfahren

Buslenker ließ jungen Fahrgast wegen seiner Tattoos nicht mitfahren. Der 21-Jährige kam zu spät zur Arbeit. ÖBB-Sprecher ist nun um eine Entschädigung bemüht.


Wolfgang B. (21) hatte ein gültiges Ticket - trotzdem durfte er nicht in den Bus zur Arbeit einsteigen. Foto: phino

Der 21-jährige Wolfgang B. aus Friesach staunte nicht schlecht, als er gestern mit dem Bus zu seinem Arbeitsplatz nach Althofen fahren wollte. Die Betonung liegt auf wollte, denn der Busfahrer nahm den angehenden Tätowierer einfach nicht mit. "Der Buslenker sagte, so wie du aussiehst und nach Zigaretten stinkst, nehme ich dich nicht mit", schildert Bierbaumer, der ein gut sichtbares Tattoo am Hals trägt. Er war, wie schon bei vielen Bus- und Zugfahrten zuvor, mit einem gültigen Fahrschein unterwegs.

Zu spät gekommen. Zur Arbeit im Boa-Tattoo-Studio in Althofen kam Bierbaumer dann zu spät, denn erst der Chauffeur vom nächsten Bus nahm ihn mit. "Ich kann nicht glauben, dass so etwas passiert. Das können sich die ÖBB nicht leisten, Menschen aufgrund ihres Aussehens zu verurteilen. Ich verlasse mich darauf, dass meine Mitarbeiter pünktlich zur Arbeit kommen, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln", ist Wolfgang B. Ausbilder, Günther P., entsetzt.

Bedauern bei den ÖBB. Die ÖBB bedauern den Vorfall. "Ja, es ist leider passiert. Es war eine Fehlleistung des Lenkers. Wir entschuldigen uns beim Fahrgast", sagt ÖBB-Kärnten-Sprecher, Christoph Posch. Mit "ein bis zwei Freifahrten" wollen die ÖBB den Vorfall wieder gut machen. Lange wird Wolfgang B. sowieso nicht mehr auf "Öffis" angewiesen sein: "Ich mache jetzt gerade den Führerschein."


MELANIE FANZOTT

Technorati-Tags: ,